Making Of – Die Arbeit hinter meinen Bildern
Lichtinstallationen • Nachtfotografie • Fotokunst
Lichtinstallation im Kloster Villers la Ville, Belgien

Wenn Kloster Villers-la-Ville im Dunkeln leuchtet
Das Kloster Villers-la-Ville in Belgien habe ich bereits ein halbes Jahr vor der Installation besucht. Schon damals war die besondere Atmosphäre der Ruine spürbar: keine Beleuchtung, kein Strom, nur Stille, Finsternis und die mächtigen Mauern der Kathedrale – mit einer beeindruckenden Deckenhöhe von 43 Metern. An diesen außergewöhnlichen Ort wollte ich unbedingt für mein Projekt fotografieren und meine Lichtinstallation realisieren.
Gemeinsam im Team von vier Personen begann der Aufbau um 16:30 Uhr – kurz nachdem das Museum geschlossen hatte. Bis zur Dunkelheit arbeiteten wir uns durch die Kathedrale, setzten Licht für Licht, strukturierten Bögen, Wände und Perspektiven. Insgesamt kamen rund 1.100 einzeln platzierte Lichtquellen zum Einsatz, die jede Linie des Bauwerks behutsam modellierten.
Gegen 20:30 Uhr – als alle Lichter endlich gesetzt waren – öffnete sich ein Anblick, der selbst mich für einen Moment sprachlos machte. Die Kathedrale begann zu leuchten, als würde sie aus der Vergangenheit erwachen. Wie eine Zeitreise: Die jahrhundertealten Mauern schienen plötzlich lebendig.
Die ganze Nacht gehörte uns allein; die Installation war nur temporär und existierte nur für diesen einen Moment. Von 16:30 Uhr bis 6:40 Uhr arbeiteten wir in absoluter Stille. Die fotografische Arbeit selbst dauerte rund vier Stunden.
Erst im fertigen Bild wird sichtbar, was man mit bloßem Auge kaum wahrnehmen kann: ein Zusammenspiel aus Licht, Farbe und Schatten, das die historische Substanz bewahrt und zugleich eine neue, fast schon surreale nächtliche Interpretation entstehen lässt.

Nach unserer Ankunft am Nachmittag wurde das gesamte Material entladen und vorbereitet: Kameras, Stative und die 1100 Lichter.
Danach begann der strukturierte Aufbau, damit wir pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit starten konnten.
Die Fotos zeigen uns beim Aufbau der Lichtinstallation: Zuerst wurden die LEDs und Lichter im Raum verteilt, anschließend Schritt für Schritt eingeschaltet bzw. angezündet. Der gesamte Aufbau dauerte fast vier Stunden.


Links ist Frank Hohmann beim Fotografieren zusehen. Dir Kathedrale leuchtet bereits, alle Lichter der Installation sind eingeschaltet bzw. angezündet und die gesamte Szenerie ist vollständig vorbereitet.
Oben auf der Seite ist das fertige Bild zu sehen.
Es wurde rechtzeitig zur Kunstmesse Art Karlsruhe fertiggestellt und dort erstmals am Messestand der Galerie Klose dem Publikum präsentiert.(Blld rechts)

Lichtinstallation im Bergwerk Ost, Hamm
„Glückauf“ – eine Nacht auf Bergwerk Ost
Waschkaue des Bergwerks Ost vor der Lichtinstallation. Noch sind die Lichtquellen nicht aufgebaut, und der Raum zeigt sich in seinem ursprünglichen Zustand. Zechen und ihre Nebengebäude prägen die Geschichte des Ruhrgebiets wie kaum ein anderes kulturelles Erbe. Die Waschkauen zählten zu den zentralen Orten des Bergwerksalltags: Hier zogen sich die Bergleute um, ihre Kleidung hing in Körben, die an Stahlketten unter die Decke gezogen wurden.
Für meine Installation arbeitete ich in der sogenannten Schwarzkaue – dem Bereich, in dem die Arbeitskleidung angelegt wurde. Die Spuren dieses Ortes sind bis heute sichtbar: feiner Kohlenstaub auf dem Boden, dunkle Patina an den Wänden, stille Relikte eines vergangenen Arbeitsrhythmus. In diese historische Umgebung integrierte ich Ölleuchten in die alten Kleiderkörbe.
Auf dem Boden verteilte ich kleine LEDs. Ihre punktförmigen Reflexe verweisen auf die Stirnlampen der Bergleute und lassen die Szenerie wie eine stille Erinnerung an den früheren Arbeitsalltag aufleuchten.
Während des Aufbaus fand ich einen Helm und Arbeitskleidung, die noch in der Kaue verblieben waren. Sie wurden bewusst in die Installation einbezogen, um die Verbindung zwischen industrieller Vergangenheit und künstlerischer Neuinterpretation sichtbar zu machen. Insgesamt waren rund 2.000 Lichter notwendig, um die besondere Stimmung und räumliche Tiefe dieser Arbeit zu erzeugen.
Der Aufbau dieser Lichtinstallation nahm viele Stunden in Anspruch – begonnen haben wir um 16:40 Uhr, und erst am Morgen gegen 8:30 Uhr waren wir abfahrbereit.

Das Bild „Glückauf“ – so der Titel des fertigen Werkes – verbindet die Industriekultur des Ruhrgebiets mit einer subtilen Lichtinstallation. Die am Boden platzierten LED-Lichter symbolisieren die Stirnlampen der Bergleute und leiten den Blick in die Tiefe der Szene. In der reinen nächtlichen Stimmung entsteht so eine stille, atmosphärische Hommage an die Geschichte unter Tage.
Dank an meine Helfer – ohne euch wäre das nicht möglich gewesen
Zum Schluss gilt mein besonderer Dank all meinen Helfern. Ohne ihre Zeit, ihre Energie und ihre Bereitschaft, bis in den frühen Morgen hinein durchzuhalten, wären diese Lichtinstallationen nicht entstanden.
Ebenso danke ich der Abtei von Villers-la-Ville in Belgien für ihre Unterstützung, ihr Vertrauen und die Möglichkeit, meine Installationen an diesem besonderen Ort realisieren zu können.
Mein Dank gilt ebenso den Verantwortlichen des Bergwerks Ost in Hamm, die dieses Projekt durch ihre Unterstützung und Offenheit ermöglicht haben.
Vielen herzlichen Dank.
